Masse statt Klasse? Google entwickelt App Inventor für Android Market

App Inventor LogoGoogle Android und der dazugehörige Android Market sind immer mehr im Kommen. Dies liegt zum Einen an der sehr stark zunehmenden Verbreitung der Smartphones mit Google Android Betriebssystem, zum Anderen aber auch an der deutlich schwächeren Zulassungskontrolle der einzelnen Apps. Werden z.B. bei Apple die für den iTunes Store zugelassenen Apps mehrere Tage lang auf Herz und Nieren überprüft (und manchmal ungerechtfertigt abgelehnt), gelingt eine Zulassung zum Android Market deutlich schneller und einfacher.

Mit dem neu entwickelten App Inventor bewegt sich Google nun noch einen Schritt weiter zu einem übermäßigen Wachstum der Anzahl der Apps. Mit dem App Inventor soll es auch Nutzern ohne jegliche Programmierkenntnisse möglich sein eigene Apps zu entwickeln. Nach dem Baukasten-Prinzip sollen sich „Android-Apps im Handumdrehen zusammenstellen lassen“. In folgendem Video könnt ihr den Google App Inventor in Aktion betrachten:

Sehr wahrscheinlich werden diese Art von Apps jedoch nicht von sehr hoher Qualität sein, was mich zum Eindruck „Masse statt Klasse“ führt. Ist es wirklich sinnvoll solche Apps zuzulassen bzw. deren Entwicklung überhaupt erst zu fördern? Als aktuelles Beispiel fällt mir dazu noch die derzeitige Werbung für den 1&1 Homepage-Baukasten ein. Mit diesem soll es möglich sein eine eigene Internetseite in null Komma nichts zu erstellen. Individualität und Kreativität bleiben jedoch (in den meisten Fällen) auf der Strecke – Webseiten wie am Fließband.

Was haltet ihr von solchen Tools? Sind sie hilfreich und führen manchen nicht-technik-affinen Menschen in die Materie ein oder sollte auf sie verzichtet werden, da überwiegend minderwertige Ergebnisse produziert werden?

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  • Auf jeden Fall gut, um Ideen zu testen und einen Einstieg in die mobile Programmierung zu finden.

  • Obwohl ich schon auch die Gefahr der Überschwemmung des Android-Markets durch dieses Tool sehe, finde ich es trotzdem eine super Sache. Ich sehe darin die folgenden zwei großen Chancen:

    – Wie bereits oben erwähnt ist sowas ein gutes Tool, um einen Einstieg in die Programmierung und programmiersprachliche Konzepte zu erleichtern. Ein ähnliches Baukastenprinzip wird z.B. auch von LEGO-Roboter-Baukästen eingesetzt (die btw nicht nur was für Kinder sind).

    – Ich denke viele Menschen haben gute Ideen (in diesem Falle für mobile Apps), haben aber keine Ahnung von Programmierung und werden durch Hardcore-Coding abgeschreckt, ihre Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen. Ich weiß zwar noch nicht, wie tief man mit dem Tool wirklich gehen kann (Beta-Tester-Anmeldung ist abgeschickt), denke aber, dass auch eher einfache Apps, die auf einer guten Idee basieren, wirklich eine tolle Sache sein können.

    Um die Problematik der Überschwemmung nochmal aufzugreifen: Noch macht Google ja keine Angaben dazu, ob man die so entwickelten Apps auch mit dem SDK verarbeiten oder überhaupt dem Market hinzufügen kann. Falls das aber möglich sein wird, wäre meiner Meinung nach eine erweiterte Rating-Funktion nicht schlecht. Denn die Masser der User ist meiner Meinung immernoch der beste Indikator für gute Apps.