Apple A4 Prozessor – was steckt dahinter?

Apple A4 Prozessor

Ganz nebenbei hat Apple gestern zusammen mit dem iPad auch einen ersten eigenen Prozessor, den Apple A4 vorgestellt. Im ganzen Hype um die iPad-Vorstellung und die Vor- und Nachberichterstattung ging dieser Prozessor dann weitestgehend unter. Doch was genau steckt hinter Apples Prozessor in Eigenregie?

Die Vorgeschichte
Im April 2008 übernahm Apple P.A. Semi (vormals Palo Alto Semiconductor) – eine im Jahre 2003 in Kalifornien gegründete Chip-Design-Firma – für einen Kaufpreis von 278 Millionen US-Dollar. Damals wurde noch spekuliert die Prozessoren könnten in neuen iPod- und iPhone-Modellen zum Einsatz kommen. Seit gestern wissen wir, dass (zunächst?) nur das iPad damit ausgestattet wurde.

Die Konkurrenten und ihre Einsatzorte
Der Apple A4 hat eine Taktfrequenz von 1GHz und steht damit in Konkurrenz zu Prozessoren von Qualcomm (1GHz Snapdragon im Google Nexus One), Texas Instruments (OMAP4 bzw. OMAP 3430 im Palm Pre) und Nvidia (Tegra APX 2600 im Microsoft Zune HD, möglicherweise im Google Netbook). Zum Vergleich: Im aktuellen iPhone 3GS verrichtet ein auf 600MHz heruntergetakteter Samsung Prozessor sein Werk.

Die Prozessorarchitektur
Der A4 ist nicht nur eine CPU, der A4 ist ein sogenanntes System-on-a-Chip (SOC), also ein Ein-Chip-System. D.h. alle bzw. ein großer Teil der für das iPad zuständigen Funktionen sind auf diesem SOC integriert worden. Dabei handelt es sich neben dem Hauptprozessor u.a. um die Grafikeinheit und den Speichercontroller. Somit hat der Apple A4 deutliche Ähnlichkeit mit Intels „Moorestown“ Atom Prozessor, der im, vor kurzem auf der CES vorgestellten, LG GW990 Smartphone verbaut ist.

Der Hauptprozessor besteht aus einem ARM Cortex-A9 MPCore und somit der gleichen Architektur wie die in den iPhone-Modellen verwendeten Prozessoren. Dies liegt nahe um eine einwandfreie Kompatibilität zu gewährleisten. Hergestellt wird der Apple A4 ebenfalls von Samsung, P.A. Semi bzw. Apple sind lediglich für das Chipdesign zuständig.

Der Ausblick
Wird Apple nun die Chiphersteller das Fürchten lehren? Wohl kaum. Da es sich um einen proprietär entwickelten Prozessor handelt, ist es unwahrscheinlich, dass er außerhalb von Apple Produkten eingesetzt wird. Ein Einsatz im kommenden iPhone oder auch in zukünftigen iPod-Generationen ist jedoch gut möglich. Ein-Chip-Systeme werden aufgrund des geringen Leistungsverbrauchs und Platzbedarfs in immer mehr mobilen Geräten verbaut werden.