Neue MacBook Pro Modelle mit Thunderbolt-Anschluss – ist das sinnvoll?

Heute sind sie im Store eingetroffen, die neuesten Modelle der Apple MacBook Pro Reihe. Auf die technischen Daten und genauen Details werde ich hier nicht näher eingehen, denn diese findet ihr übersichtlich direkt bei Apple. Nur soviel: Die eingebauten Prozessoren sind schneller, die Akkulaufzeit auf den ersten Blick geringer (Apple gibt die Akkulaufzeit nun bei durchgängig bestehender WiFi-Verbindung an) und die Grafik-Chips kommen von AMD.

Worum dieser Beitrag eigentlich gehen soll, ist die neue Intel Thunderbolt Technologie, welche auch unter dem Namen „Light Peak“ bekannt ist: Durch die neue Technologie sind Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s möglich und der Anschluss kann sowohl als Datenverbindung, als auch zur Verbindung mit einem externen Monitor genutzt werden – beides läuft über das selbe Kabel, daher ist der Thunderbolt-Anschluss auch im DisplayPort der MacBook Pro Modelle untergebracht.

Apple MacBook Pro Thunderbolt-Anschluss

Soweit so gut, doch was bringt dieser neue Anschluss konkret? Ist er überhaupt sinnvoll?

Die Daten klingen erst einmal toll: 10 GBit/s und nur noch ein Kabel/Anschluss für Displays oder andere externe Geräte. Caschy ist z.B. begeistert von den neuen Möglichkeiten, aber bei Thunderbolt muss ich ihm ausnahmsweise widersprechen:

Problem Nr. 1
Mit 480 MB/s (Lesen) bzw. 330 MB/s beim Schreiben ist die Plextor PX M2 derzeit die schnellste (herkömmliche) SSD am Markt. Umgerechnet sind das etwa 3,75 bzw. 2,58 GBit/s – und dabei handelt es sich nach wie vor um theoretisch erreichbare Werte. In der Praxis dürften diese teilweise deutlich darunter liegen.

Problem Nr. 2
Es gibt zwar einige SSDs, die die Thunderbolt-Geschwindigkeit voll ausnutzen könnten, diese müssen aber an einen freien PCI-Express Steckplatz angeschlossen werden. Ein solcher Steckplatz ist bei einem Notebook nicht vorhanden bzw. nicht ohne weiteres zugänglich und an einem Desktop-PC durch die Grafikkarte belegt. Abgesehen davon kostet eine solche SSD rund 3.600€, was wohl für die allermeisten ein K.O.-Kriterium sein dürfte.

Problem Nr. 3
Thunderbolt erlaubt eine Reihenschaltung der angeschlossenen Geräte. D.h. hinter ein externes Display könnt ihr noch eine Festplatte, eine Kamera, ein anderes Audio-/Video-Gerät, etc. anschließen. Das klingt nicht gerade sehr mobil, was für mich erneut gegen die Nutzung eines Thunderbolt-Anschlusses in einem Notebook spricht. Höchstens als Dock-Anschluss wäre diese Variante praktisch.

Mein Fazit
Apple setzt mit Thunderbolt auf eine Technologie, mit der im Moment noch niemand etwas anfangen kann. In 2, 3, 4 Jahren mag das anders aussehen, doch in den aktuellen MacBook Pro Modellen ergibt es für mich keinen Sinn. Zugutehalten muss man Apple jedoch die Vorreiterrolle: Es wird auf einen Anschluss gesetzt, um eine neue Technologie zu etablieren und Apple hat es ja bereits in der Vergangenheit mehrmals geschafft Begehrlichkeiten zu wecken, an die vorher noch niemand dachte. 😉 Vielleicht klappt es ja auch diesmal wieder.

Was haltet ihr vom neuen Thunderbolt-Anschluss?

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